Schilddrüsenüberfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion entsteht durch die gesteigert Freisetzung der  Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Tri-Jod-Thyronin (T3). Dadurch wird der Gesamtorganismus in vielfältiger Weise betroffen, viele  Stoffwechselvorgänge im Körper laufen dadurch viel schneller ab. Eine Überfunktion der Schilddrüse zeigt sich daher häufig in Symptomen wie Herzbeschwerden, starker Nervosität und Gewichtsverlust. Ungefähr 150.000 Österreicher sind von einer Hyperthyreose betroffen. Frauen sind weitaus häufiger von einer Überfunktion der Schilddrüse betroffen, sie erkranken etwa viermal häufiger als Männer. Vor allem in Phasen hormoneller Umstellung wie Pubertät, Schwangerschaft und Menopause können solche Störungen des Hormonhaushaltes auftreten.  

Schilddrüsenüberfunktion – Ursachen

  • umschriebener Knoten (meist gutartig) in der Schilddrüse (sogenannte „heiße Knoten„), die verstärkt und unkontrolliert Hormone ausschütten.
  • Autoimmunerkrankung, die durch Antikörper gegen Schilddrüsenzellen verursacht werden und ebenfalls zu einer vermehrten Freisetzung von Schilddrüsenhormonen führen. Besonders häufig sind Frauen zwischen 30 und 40 Jahren von dieser Erkrankung betroffen.

Vielfältige Symptome können bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten

  • Emotionale Schwankungen
  • Schlaflosigkeit
  • Unruhe, Hyperaktivität
  • depressive Verstimmung bis zur Depression
  • Angstzustände
  • Spürbares Herzrasen: Besonders Jüngere leiden häufig unter Herzbeschwerden
  • Zittern der Hände
  • Schweißausbrüche
  • Haarverlust, brüchige Nägel
  • Gewichtsverlust, obwohl der Appetit groß ist
  • Aussetzen der Periode
  • Potenzprobleme
  • Augenerkrankungen: Rötungen, Sehen von Doppelbildern. Typisch für Morbus Basedow sind hervortretende Augen

Keineswegs werden von den betroffenen Patienten/Innen immer alle Beschwerden gleich intensiv wahrgenommen. Häufig beginnen die Beschwerden schleichend und sind auch nur gering ausgeprägt. Gerade bei älteren Menschen können viele dieser typischen Beschwerden auch fehlen, manchmal werden die Beschwerden durch die Einnahme von Medikamenten abgeschwächt oder verändert. Bei allen Patienten/Innen, so auch bei einer versteckten Schilddrüsenüberfunktion fühlen sich die betroffenen Personen schwach, müde, geistesabwesend, sie verlieren auch häufig stark an Gewicht. Wichtig zu wissen ist, eine unbehandelte Überfunktion der Schilddrüse führt längerfristig zu Organschädigungen.

Diagnose von Schilddrüsenüberfunktion

Wichtige Diagnoseschritte sind:

  • Detaillierte Anamnese der Beschwerden
  • Blutabnahme, zur Bestimmung der Hormonwerte fT3 und fT4 und des bTSH (Hormon der Hirnanhangdrüse).
  • Typischerweise wird auch eine Ultraschalluntersuchung und eine Szintigraphie der Schilddrüse durchgeführt um die Ursachen der Überfunktion zu erkennen.