Was ist Nuklearmedizin?

Nuklearmedizin ist ein eigenes medizinisches Fachgebiet, in dem radioaktive Substanzen (Radionuklide) oder Arzneimittel (Radiopharmaka) in der Diagnostik und Therapie unzähliger Erkrankungen eingesetzt werden.
Die in der Nuklearmedizin durchgeführten Untersuchungen werden als Szintigraphie bezeichnet; sie ergeben eine rasche und exakte Beurteilung der Funktionsabläufe von Organen und Geweben. Bestimmte Erkrankungen, deren Auslöser aber auch andere Ursachen können damit umgehend und effektiv diagnostiziert und behandelt werden.

Im Gegensatz zur Funktionsdiagnostik der Nuklearmedizin liefern andere bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MR, Ultraschall etc) fast ausschließlich anatomische Informationen über Körperorgane und Gewebe.

Nahezu alle nuklearmedizinischen Methoden ergänzen andere bildgebende Untersuchungen und ermöglichen einen optimierten und effektiven Einsatz in der medizinischen Diagnostik.

Weltweit werden jährlich mehrere Millionen von nuklearmedizinischen Untersuchungen durchgeführt, nahezu ausnahmslos sind diese ohne Nebenwirkungen und Beschwerden.

Radionuklide

Halbwertszeit und Ausscheidung

Die Isotope oder Radiopharmaka werden meist intravenös (in die Vene) verabreicht. Bei manchen Fragestellungen können diese Substanzen auch in Kapselform geschluckt werden. Das häufigste in der Schilddrüsendiagnostik zur Anwendung kommende Radionuklid ist Technetium-99m.
Unterschiedliche physikalische Halbwertszeiten und Bindungseigenschaften an die verschiedenen Arzneimittel bestimmen den Einsatz dieser radioaktiv markierten Isotope. Technetium-99m hat eine Halbwertszeit von lediglich 6 Stunden. Da in den meisten Fällen Radionuklide über die ableitenden Harnwege ausgeschieden werden, ist deren Verweildauer im Körper noch kürzer als die jeweilige physikalische Halbwertszeit. Durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann diese Ausscheidung noch weiter gesteigert werden. Die Injektion von Radionukliden ist vergleichbar einer Blutabnahme und erfolgt sowohl im Sitzen als auch im Liegen.
Eine Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens oder der Reaktionsfähigkeit (z.B. für Fahrzeuglenker) findet üblicherweise nicht statt.

Physikalische Halbwertszeit

Zeitdauer in der die Aktivität eines Radionuklids auf die Hälfte des Wertes absinkt, nach 20 Halbwertszeiten ist de facto keinerlei Strahlung mehr vorhanden.

Dosierungen

Radionuklide werden im Gegensatz zu anderen diagnostisch eingesetzten Mitteln in sehr geringen Dosen verabreicht. Arzneimittelnebenwirkungen und/oder Wechselwirkung mit anderen Medikamenten (sogenannte Interferenzen) können fast immer ausgeschlossen werden.