Schilddrüsenszintigraphie

Grundlagen

Die Szintigrafie ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode. Im Rahmen der Schilddrüsenszintigraphie wird eine geringe Menge eines ganz schwach radioaktiven Medikaments (Technetium – Tc 99m) in eine Vene (zumeist in der Ellenbeuge) gespritzt. Dieses Technetium – Tc 99m wird ähnlich wie Jod in den Stoffwechsle der Schilddrüse aufgenommen. Die Strahlenbelastung für den Körper ist bei dieser Untersuchung sehr gering. Nach ca. 15 Minuten kann mit einer Gamma-Kamera der Funktions-Stoffwechsel der gesamten Schilddrüse und auch einzelner Regionen, wie zum Beispiel der Knoten, dargestellt werden. Dafür ist es notwendig, dass der Patient für einige Minuten ruhig vor der Gammakamera sitzt. Anhand der Aufnahmen kann der Arzt beurteilen, ob in einem Knoten vermehrt Schilddrüsenhormon produziert wird (heißer Knoten) oder keine Hormonproduktion stattfindet (kalter Knoten).

Schilddrüsen-Szintigrafien werden selbstverständlich nur durchgedührt, wenn eine begründete medizinische Notwendigkeit dafür besteht. Bei schwangeren Frauen und während der Stillzeit darf eine Schilddrüsenszintigraphie nicht durchgeführt werden.

Gammakamera

Die Gammakamera ist ein medizinisches Gerät, welches in der nuklearmedizinischen Diagnostik eingesetzt wird. Mittels der Gammakamera kann die genaue Verteilung des Radiopharmazeutikums im Körper bzw. im zu untersuchenden Organ dargestellt werden.

Wann ist eine Schilddrüsenszintigrafie notwendig?

Besteht eine Schilddrüsenüberfunktion, so ist die Szintigrafie die Methode der Wahl die Ursache differenziert darzustellen. Das ist wichtig für die nachfolgende Therapie, denn verschiedene Ursachen können völlig unterschiedliche Behandlungen zur Folge haben.
Die Szintigrafie der Schilddrüse ist die einzige Möglichkeit, um festzustellen, ob Schilddrüsenknoten eigenständig zu viel Schilddrüsenhormon produzieren und damit den Körper schädigen (heiße Knoten), ob sie aus nicht funktionierenden Zellen bestehen und ein erhöhtes Entartungsrisiko haben (kalte Knoten), oder ob sie aus ganz normalem Gewebe bestehen und harmlos sind.