Die thermische Zerstörung (Koagulation) mittels Hitze (Radiofrequenzablation [RFA]) hat mittlerweile eine über 20 jährige Tradition als zusätzliche Option bei der Behandlung von gutartigen (zB. Osteoidosteom des Knochens, Ref. 1.) aber auch von bösartigen Tumoren (zB. Lebermetastasen, Ref. 2.). Durch die technische Weiterentwicklung konnte die RFA ab etwa 2002 durch Prof. Baeck aus Südkorea zur Behandlung von Schilddrüsenknoten getestet werden. Die mittlerweile weltweit vorliegenden Ergebnisse haben die RFA unter bestimmten Bedingungen als neue alternative Behandlungsmethode bei gutartigen Schilddrüsenknoten etabliert. Knoten in der Schilddrüse sind häufig, sie sind meistens gutartig. Manchmal zeigen diese Knoten jedoch ein rasches Wachstum und verursachen dadurch Beschwerden wie Schluckstörungen, Atemnot, Globusgefühl („Knödel im Hals“). Gerade auch bei jungen Patienten/Innen können Knoten die sichtbar am Hals hervortreten ein kosmetisches Problem darstellen.

Rund 10.000 Schilddrüsenoperationen werden derzeit jährlich in Österreich in Allgemeinnarkose im Rahmen eines stationären mehrtägigen Aufenthaltes durchgeführt.  Ein Krankenstand von ca. 2 Wochen ist in Österreich üblich. Neben allgemeinen Komplikationen  (Blutungen, verzögerter Wundheilung, verstärkter Narbenbildung) kann es bei Schilddrüsenoperationen zu schwerwiegenden Komplikationen wie zB. Verletzungen des Stimmbandnerven, Calciummangel und damit verbundenes Kribbeln oder Krämpfe durch die Mitentfernung der Nebenschilddrüsen kommen. Durch die chirugische Entfernung der Schildddrüse ist in vielen Fällen nach der Operation die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen notwendig.

Durch den Einsatz von Radiofrequenzwellen steht nun seit einigen Jahren eine minimal-invasive Technik zur Behandlung von Schilddrüsenknoten und -zysten zur Verfügung. Weltweit werden jährlich etwa 7000 Eingriffe pro Jahr durchgeführt. Die Methode zur Durchführung einer Radiofrquenzablation von Schilddrüsenknoten, sowie die aktuellen Indikationen für die Durchführung einer Radiofrequenzablation von Schilddrüsenknoten sind detailiert in den einschlägigen medizinischen Fachgesellschaften beschrieben. Beiliegende Skizze stellt die Methode kurz vor (entnommen dem Ref. 3).

Die gesetzlichen Krankenkassen entscheiden im Einzelfall über eine Rückerstattung der Kosten. Die meisten Zusatzversicherungen übernehmen je nach abgeschlossenem Vertrag die Kosten des Eingriffs.

Ref.1. Osteoid osteoma: percutaneous radio-frequency ablation. Rosenthal DI, et. al. Radiology. 1995 Nov;197(2):451-4.

Ref. 2. Percutaneous US-guided radio-frequency tissue ablation of liver metastases: treatment and follow-up in 16 patients.  Solbiati L, et. al. Radiology. 1997 Jan;202(1):195-203.

Ref. 3 Ultrasound-guided radiofrequency ablation (RFA) to treat benign Thyroid nodules ECR 2016


29.10.2019