Jod ist der zentrale Bestandteil der Schilddrüsenhormone und deshalb lebensnotwendig für die Regulierung der meisten Stoffwechselprozessen im Körper. Bei weiterführenden Interesse darf ich gerne auf die nachfolgende Zusammenfassung oder das beiliegenden Link (https://www.youtube.com/watch?v=VEM7S4dRi9A) verweisen. Der menschliche Körper kann Jod nicht selbst produzieren (essentielles Spurenelement ) und auch nur sehr begrenzt speichern. Das bedeutet auch, dass das vom Körper benötigte Jod regelmäßig und in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Es gelangt über den Magen-Darm-Trakt passiv ins Blut und von dort aktiv in die Schilddrüse. In der Schilddrüse werden bis zu 80 Prozent des täglich aufgenommenen Jods zur Herstellung der oben genannten Botenstoffe (T3 und T4) verbraucht.

Wo liegt unser täglicher Jodbedarf?

Um genügend Schilddrüsenhormone bilden zu können, liegt der tägliche Jodbedarf für den Erwachsenen bei etwa 150 bis 200 Mikrogramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. hat je nach Alter und Geschlecht einer Person bestimmte Empfehlungen der Jodzufuhr formuliert.

Tabelle des täglichen Jodbedarf für:

Jod ist für den Menschen unentbehrlich und lebensnotwendig, gerade auch am Beginn der Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Gerade während einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft ist es von besonderer Wichtigkeit für eine ausreichende Jodzufuhr zu sorgen. Während bei Erwachsenen bei Jodmangel ein erhöhtes Risiko für eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) besteht, hängt die Entwicklung des Kindes von einer guten Jod-Versorgung ab. Auch in Stillzeiten ist der Jodbedarf der Mutter erhöht, weil das Jod mit der Muttermilch abgegeben wird.

Welche Risiken birgt ein Jodmangel?

Der Alpenraum und somit auch Österreich zählt zu den jodärmsten Regionen Europas. Seit 1963 wird die Bevölkerung über jodiertes Speisesalz mit Jod versorgt, die gesetzliche Regelung dafür wurden in den Jahren 1990,1997 und 1999 an die aktuellen Untersuchungen angepasst. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Jodversorgung der Bevölkerung seit 1963 über die Jahre verbessert hat. Zuletzt konnte bei systematischen Untersuchungen von Kindern 2004 nachgewiesen werden, dass eine zumindest noch ausreichende Jodzufuhr gewährleistet ist. Durch eine vermehrte Verwendung von unjodiertem Salz und salzarmer Ernährung hat sich die Jodversorgung in den letzten Jahren sicherlich wieder verschlechtert. Weite Teile Österreichs sind heute noch von einem Jodmangel betroffen, als Folge können krankhafte Veränderungen oder Störungen der Schilddrüse auftreten. Jeder dritte Österreicher ist betroffen, ab dem 45. Lebensjahr sogar jeder Zweite, Frauen etwa gleich häufig wie Männer. Am meisten verbreitet ist die Jodmangel-Struma, eine extreme Vergrößerung der Schilddrüse mit und ohne Knoten.

PatientInnen mit massiver Jodmangel-Struma

Die Symptome eines Jodmangels zeigen sich jedoch meist schleichend, so dass man anfangs kaum Beschwerden wahrnimmt. Erst bei einem länger bestehenden Jodmangel kommt es zur Unterfunktion und der Körper sendet klare Warnsignale.

Als typische Anzeichen gelten:

  • Antriebsschwäche
  • extreme Müdigkeit
  • Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • Konzentrationsstörungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Enge- und Druckgefühl im Hals
  • Atem- und Schluckbeschwerden
  • Hautveränderungen (feuchte bzw. trockene Haut)

Wie kann ein Jodmangel ausgeglichen werden?

Einem Jodmangel lässt sich am einfachsten durch eine Ernährungsumstellung (Trinken von jodhältigen Mineralwässern, Genuss von Meeresfischen etc.) oder durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel entgegenwirken. Auch die konsequente Verwendung von jodiertem Speissalz hilft vorhandene Defizite auszugleichen und Kröpfen vorzubeugen.

 


20.11.2019