Die Schilddrüse als kleines schmetterlingsförmige Organ am Hals gelegen, spielt eine zentrale Rolle bei vielen Stoffwechselvorgängen im Körper. Bei weiterführenden Interesse darf ich gerne auf die nachfolgende Zusammenfassung oder das beiliegenden Link ( https://www.youtube.com/watch?v=UwGjG3s0z0E ) verweisen.

Wo befindet sich Schilddrüse?

Die Schilddrüse (Lateinische Bezeichnung: Glandula thyreoidea) liegt an der Vorderseitedes Halses unmittelbar unterhalb des Kehlkopfes. Sie besteht aus zwei Lappen die über eine schmale Gewebebrücke (Isthmus) vor der Luftröhre miteinander verbunden sind. Daraus ergibt sich das für die Schilddrüse typische Bild eines Schmetterlings. Einegesunde Schilddrüse ist etwa daumengroß und wiegt zwischen 18 Gramm (Frauen) und 25 Gramm (Männer). Die Schilddrüse befindet sich in enge Nachbarschaft zu den übrigen Strukturen des Halses (Gefäße, Nerven, Kehlkopf, Luftröhre). Besonders bei Operationen bedeutsam ist der zarte Stimmbandnerv (Nervus laryngeus recurrens), der hinter der Schilddrüse zur Kehlkopfmuskulatur verläuft.

Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?

Die Versorgung des Körpers mittels Jod ist die zentrale Aufgabe der Schilddrüse. Dazu wird in der Schilddrüse aus Jod und anderen Substanzen die Schilddrüsenhormone gebildet. Diese körpereigenen Botenstoffe sind Bestandteil eines hormonellen Regelkreises und beeinflussen fast alle wichtigen Körperfunktionen (Herz-Kreislauf, Blutgefäße, Blutdruck, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, Schweiß- und Talgdrüsen der Haut sowie die Nieren- und Darmtätigkeit, Energieverbrauch).  

Welche Schilddrüsenhormone gibt es?

Die zwei bekanntesten Hormone, die in der Schilddrüse gebildet werden, heißen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Beide haben einen hohen Jodanteil. Das Thyroxin trägt vier Jod-Atome (T4), das Trijodthyronin nur drei (T3). Im Körper kann durch die Abspaltung eines Jod-Atoms aus dem weniger wirksamen, aber langlebigeren T4 das kurzlebigere, aber wirksamere Hormon T3 gebildet werden. Ein grosser Teil von T3 und T4 wird im Blut an spezielle Eiweiße gebunden (Thyroxin bindendes Protein), diese dienen als Transportmittel im Blut, Nur ein geringer Anteil liegt als freies, also ungebundenes Hormon vor, bei diesen freien Botenstoffen spricht dann von freiem T3 (fT3) und freiem T4 (fT4). Nur diese freien Hormone wirken auf den Stoffwechsel der verschiedenen Organe. Neben den genannten T3 und T4 Hormonen werden in der Schilddrüse in den sogenannten C-Zellen auch noch das Hormon Calcitonin gebildet. Dieser Botenstoff spielt eine zentrale Rolle für den Calcium- und Knochenstoffwechsel.

Wie wird die Hormonproduktion konkret gesteuert?

Pro Tag werden von einer gesunden Schilddrüse etwa 80 bis 100 Mikrogramm T4 und 10 bis 50 Mikrogramm T3 produziert. Die übergeordnete Steuerung der Schilddrüse erfolgt durch das Gehirn, und zwar vom Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) bzw. Hypophyse (Hirnanhangdrüse). Diese Regionen im Gehirn steuern in ein abgestimmter Form wann und in welcher Menge die Schilddrüse Hormone dem Körper zur Verfügung stellt. Die Hirnanhangdrüse kann so als die Dirigentin des hormonellen Regelkreises, in den die Schilddrüse eingebunden ist, angesehen werden. Mittels des Hormons TSH („thyroid stimulating hormone“), das die Schilddrüse in ihrer Hormonproduktion stimuliert, wird die TSH-Produktion bei Bedarf erhöht und damit die Schilddrüse zu mehr Arbeit angeregt. Ist die Schilddrüse dagegen zu aktiv, wird von der Hirnanhangdrüse weniger TSH ausgeschüttet und dadurch die Hormonbildung der Schilddrüse reduziert. Die Steuerung der Hirnanhangdrüse erfolgt durch den Hypothalamus mittels der kontrollierten Abgabe von TRH („thyreotropin releasing hormone“). Dieser komplexe Rückkoppelungsmechanismus macht es der gesunden Schilddrüse möglich, die Konzentration der peripheren Schilddrüsenhormone im Blut auf einem konstanten Niveau zu halten. Vereinfacht kann so die Schilddrüse als das Gaspedal unseres Körpers betrachtet werden.


20.11.2019